Große Reform der Grunderwerbsteuer in Luxemburg: Ein Vorteil für Erstkäufer

Große Reform der Grunderwerbsteuer in Luxemburg: Ein Vorteil für Erstkäufer

Die luxemburgische Regierung hat einen entscheidenden Schritt zur Wiederbelebung des Wohnimmobilienmarktes unternommen. In einer mit Spannung erwarteten Ankündigung wurde eine umfassende Reform der Grunderwerbsteuer (droits d'enregistrement) vorgestellt, die vor allem die steuerliche Belastung für Erstkäufer senken soll.

Historische Entlastung für Erstkäufer durch den „Bëllegen Akt“

Das Kernstück dieser Reform ist die substanzielle Stärkung des sogenannten „Bëllegen Akt“. Bisher lag der Freibetrag auf die Grunderwerbsteuer für den Erwerb des Hauptwohnsitzes bei 30.000 Euro pro Person. Diese Grenze wird nun deutlich angehoben. Diese Entscheidung, die von der Chambre Immobilière begrüßt wurde, soll jungen Haushalten und Ansässigen, die Wohneigentum erwerben möchten, mehr Kaufkraft zurückgeben.

Laut aktuellen Daten von STATEC war das Transaktionsvolumen im Jahr 2023 besorgniserregend gesunken. Durch die Erhöhung dieses Freibetrags hofft die Regierung, Finanzierungsprojekte freizusetzen, die bisher am mangelnden Eigenkapital für Notar- und Registergebühren scheiterten.

Auswirkungen auf den Immobilienmarkt in Luxemburg

Die Auswirkungen dürften in dicht besiedelten städtischen Gebieten und schnell wachsenden Randgemeinden rasch spürbar sein.

  • Luxemburg-Stadt: Viertel wie Bonneweg oder Gasperich könnten einen Zustrom neuer Käufer verzeichnen.
  • Süden im Wandel: Städte wie Esch-sur-Alzette und Differdingen, die günstigere Quadratmeterpreise als die Hauptstadt bieten, werden für die Nutznießer des erhöhten Freibetrags noch attraktiver.
  • Baugewerbe: Diese Maßnahme ist auch ein starkes Signal an Bauträger, die Schwierigkeiten haben, ihre Bestände an Neubauten (VEFA) zu veräußern.

Fazit: Eine notwendige Reform für den Wohnungsbau

Neben den Zahlen sieht die Reform auch eine Vereinfachung der Antragsverfahren für Steuergutschriften vor. Ziel ist es, den Zugang zu Wohneigentum reibungsloser zu gestalten. In Kombination mit einer Stabilisierung der Zinssätze könnte der verstärkte Freibetrag der nötige Funke für eine nachhaltige Erholung des luxemburgischen Immobiliensektors in den Jahren 2024 und 2025 sein.