Bëllegen Akt: Unterstützung künftig an Energieklasse gebunden

Bëllegen Akt: Unterstützung künftig an Energieklasse gebunden

Eine strategische Reform für den luxemburgischen Immobilienmarkt

Die luxemburgische Regierung unternimmt einen weiteren Schritt in ihrer Wohnungsbau- und Energiewendepolitik. Der Finanzminister hat offiziell eine umfassende Neugestaltung der Registrierungsgebühren angekündigt und führt eine neuartige Staffelung der Steuergutschrift ein, die als „Bëllegen Akt“ bekannt ist. Ab sofort wird die Höhe der steuerlichen Unterstützung für Käufer direkt an die Energieeffizienzklasse der Immobilie gekoppelt.

Diese Maßnahme verfolgt ein doppeltes Ziel: Erneute Belebung der Immobilienaktivität in Schlüsselgemeinden wie Luxemburg-Stadt oder Esch-sur-Alzette und gleichzeitige Förderung nachhaltigen Wohnraums. Den ersten Ankündigungen zufolge könnte die aktuelle Obergrenze für Immobilien der Energieklassen A oder B erheblich angehoben werden.

Funktionsweise der neuen Bëllegen Akt Staffelung

Bisher war die Steuergutschrift auf Registrierungsgebühren ein fester Betrag pro Person (derzeit 40.000 € nach den vorübergehenden Maßnahmen von 2024). Der neue Gesetzentwurf sieht eine progressive Struktur vor:

  • Klasse A und B: Eine erhöhte Obergrenze der Steuergutschrift, um den Kauf von Neubauten oder modernen Renovierungen auf Kirchberg oder in Cloche d'Or zu fördern.
  • Klasse C bis D: Beibehaltung der Standard-Steuergutschrift für Immobilien mit mittlerer Effizienz.
  • Energetische Sanierungsfälle (Klasse E bis G): Eine potenziell reduzierte Steuergutschrift, es sei denn, der Käufer verpflichtet sich innerhalb von zwei Jahren nach der notariellen Beurkundung zu einem zertifizierten energetischen Sanierungsplan.

Diese Reform reagiert auf aktuelle Daten des STATEC, die eine immer stärkere Korrelation zwischen der Energieetikette und dem Wiederverkaufswert von Wohnungen in der Hauptstadt und ihrer Umgebung zeigen.

Ein Hebel zur Dekarbonisierung des Gebäudebestands

Der luxemburgische Wohnungsbestand ist für einen erheblichen Teil der CO2-Emissionen verantwortlich. Durch die Staffelung der Notar- und Registrierungsgebühren sendet der Staat ein starkes Signal an Bauträger und Privatpersonen. Für ein Paar, das ein Haus in Differdingen oder eine Wohnung in Gasperich kauft, kann die Ersparnis mehrere Zehntausend Euro an zusätzlichem Eigenkapital beim Kauf ausmachen.

Experten der Chambre Immobilière begrüßen eine Maßnahme, die „die Kaufkraft stärkt und gleichzeitig die Zukunft des Wohnens vorbereitet“. Einige Fachleute hinterfragen jedoch die Auswirkungen auf Haushalte mit geringem Einkommen, die ältere Immobilien im Norden des Landes oder im Minett renovieren möchten.

Zeitplan und Umsetzung der Maßnahme

Die Umsetzung dieser neuen Gebührentabelle soll in den Staatshaushalt aufgenommen werden und ab dem nächsten Geschäftsjahr gelten. Die Notare im Großherzogtum bereiten sich bereits darauf vor, die Berechnungen bei der Unterzeichnung von Kaufverträgen anzupassen.

Für Investoren und zukünftige Eigentümer ist es nun entscheidend, vor jedem Kaufangebot den Energiepass (CPE) zu prüfen. Eine Immobilie, die im Kaufpreis günstiger ist, aber eine schlechte Energieklasse aufweist, könnte nun bei den Registrierungssteuern teurer werden als eine moderne, effiziente Immobilie.